Die Leuchttürme entlang der Elbe sind eindrucksvolle Belege der über 100 jährigen Navigations- und Ingenieurskunst. Sie lassen sich vereinfacht in Leitfeuer und Richtfeuer unterscheiden. Die Leitfeuer lenken die Schiffe durch schwierige Gewässer, indem sie z.B. durch verschiedenfarbige  Lichter sicheres und unsicheres Fahrwasser kennzeichnen. Ein Richtfeuer dagegen besteht aus zwei Leuchttürmen: dem höheren Ober- und dem kleineren Unterfeuer. Zusammen kennzeichnen sie die Mitte des tiefen Fahrwassers. Sieht der Schiffsführer die Lichter in einer senkrechten Linie mit seinem Schiff, so befindet er sich auf der Richtfeuerlinie; sieht er die Lichter verschoben, muss er den Kurs korrigieren.

Insgesamt 56 Leuchttürme finden sich zwischen Neuwerk in der Elbmündung und Bunthäuser Spitze an der Trennung zwischen Norder- und Süderelbe. Jedes hat seinen eigenen Takt, seine eigene unverwechselbare Farbkennung. 43 von ihnen sind noch aktiv und für den Schiffsverkehr unverzichtbar.
Anhand der Leuchttürme entlang der Elbe lässt sich nicht nur die Geschichte der Navigation auf der Elbe erzählen, sondern auch die Geschichte der Industriekultur und Baukunst der Region. Angefangen vom trutzigen Leuchtturm Neuwerk, der Anfang des 13. Jahrhunderts als Bollwerk gegen Piraten von den Hamburgern auf der Insel gebaut wurde und seit 1815 als Leuchtturm genutzt wird, über die fragilen Konstruktionen und gemütlichen Leuchtturmhäuschen der Jahrhundertwende bis hin zu den nüchternen Zweckbauten der 70er und 80er Jahre. Die meisten der insgesamt 56 noch bestehenden Leuchttürme und -feuer sind in den ersten Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut worden. Besonders markant sind die sechseckigen Stahlgittertürme, die schlank und trotzdem sehr solide in den Himmel ragen.

Einige der für die Seefahrt inzwischen nicht mehr benötigten Leuchtfeuer werden von Fördervereinen oder Privatpersonen als kleine Museen betrieben. Auch wenn die Ära der Leuchtturmwärter längst vorbei und der Petroleumduft aus den Türmen entfleucht ist - die Leuchtfeuer an der Unterelbe erinnern immer noch an Seemannsgarn und Seefahrerromantik. Lassen Sie sich umgarnen - genießen Sie den ElbeLeuchtturmTag.

 

Weitere Informationen über Leuchttürme, Schifffahrtszeichen sowie Literaturtipps finden Sie auf den Seiten des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg.

 

 








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